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ADHS bei Erwachsenen

ADHS bei Erwachsenen

 

Wieder einmal finden Sie Ihren Schlüssel nicht und wie schon häufig geschehen, ist Ihre beste Freundin beleidigt, weil Ihnen etwas herausgerutscht ist, was Sie eigentlich gar nicht sagen wollten. Dann verpassen Sie zu all dem Ärger noch den Bus. Die Zeitung, die Sie gekauft haben, lesen Sie nun zum 3. Mal, weil Sie sich nicht konzentrieren können. Viel zu sehr sind Sie in Gedanken. Wenn das zu Ihrem Alltag gehört und Sie öfter mal ins Fettnäpfchen tapsen, dann machen Sie sich keine Vorwürfe! Es kann sein, dass Sie unter ADHS, der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung leiden. 

 

Seien Sie getrost. Damit sind Sie nicht alleine. Millionen von Menschen geht es so wie Ihnen. Trauriger Weise wissen viele Betroffene nicht, dass sie die Erkrankung haben. Leider wird ADHS oft als Modeerkrankung angesehen. Das erschwert es Patienten, die Diagnose stellen zu lassen und so verzichten sie auf eine Behandlung, die wirklich hilfreich sein kann. 

 

Zu den Hauptsymptomen von ADHS bei Erwachsenen zählen Probleme mit der Konzentration und Aufmerksamkeit, eventuell auch mit der Impulsivität und Hyperaktivität. Sie stehen unter Strom, gelten als nervös und unruhig. In Ihrem Kopf herrscht Chaos. Manchmal wirkt sich das auch auf Ihre Wohnung aus. Organisieren und Struktur halten fällt Ihnen schwer. 

 

Stimmungsschwankungen stehen an der Tagesordnung. Man bezeichnet Sie als Tollpatsch.

Betroffene können Probleme mit Ihren Mitmenschen haben. Ihre Impulsivität kann Konflikte verursachen. Trotz intensiver Bemühungen ist Ihre Arbeit in Ihrem Job oft nicht ausreichend. Das Selbstwertgefühl bleibt bei all den Misserfolgen im Keller, oder Sie strengen sich enorm an, damit Ihr Chaos für die anderen nicht ersichtlich wird. Dadurch geraten dadurch in Erschöpfungszustände und leben mit dem ständigen Gefühl, nicht in Ordnung zu sein.

 

Sicher haben Sie aber auch schon viele Komplimente bekommen. Menschen mit ADHS wird nachgesagt, dass sie sehr feinfühlig, humorvoll und kreativ sind. Ihre Interessen üben Sie mit Leidenschaft aus. Wenn Sie etwas richtig packt und Ihr Interesse geweckt hat, sind Sie sehr motiviert und engagiert und können sich oft schon in kurzer Zeit zu wahren Experten entwickeln. 

 

Gerade durch ihre Schwächen wirken gerade Betroffene auf ihre Mitmenschen sehr sympathisch und liebenswert. 

 

Die Symptome treten vor dem 7. Lebensjahr auf und bleiben bei vielen Betroffenen auch im Erwachsenenalter bestehen, meist jedoch in abgeschwächter Form.

 

Die Ursachen sind:

- Fehlfunktionen einzelner Gehirnregionen, die Aufmerksamkeits- und Selbststeuerungsleistungen beeinträchtigen

- erbliche Faktoren

 

Zum Glück ist ADHS bei Erwachsenen gut behandelbar. Die Behandlung besteht hauptsächlich in der Medikation. Ein Coaching im Alltag ist von Nutzen. Diese Aufgabe kann auch der Partner oder ein Freund übernehmen. Binden Sie Ihre Liebsten mit ein und klären Sie diese über ADHS auf! 

 

Je nach Schwere des ADHS kann beides kombiniert geschehen. Sie können sich auch nur für eine reine Verhaltenstherapie entscheiden, Medikamente helfen jedoch nachweislich deutlich besser. Die Medikamente wirken sich auf Ihre Konzentration und Ihr Durchhaltevermögen unterstützend aus. Ein Training -z.B. durch Ergotherapie - kann helfen, den Alltag strukturierter zu meistern. 

 

Auf dem Markt bekannt sind das Methylphenidat und das Atomextin. Atomextin in Form von Straterra hat eine Langzeitwirkung und ist stimmungsaufhellend. Wie bei einem Antidepressivum setzt die Wirkung nach ca. 4 bis 6 Wochen ein. Bei Methylphenidat setzt die Wirkung nach einer halben Stunde ein. Nach ein paar Stunden wird der Spiegel wieder abgebaut.

 

Es kann sinnvoll sein eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Es wird Ihnen gut tun sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und zu merken, dass Sie kein Sonderling sind, sondern ein toller Mensch mit kreativem Potenzial und vielen Ressourcen. 

Burnout-Therapie

Burnout-Therapie

Leider wird ein Burnout oft erst verhältnismäßig spät erkannt, da der Prozess sehr schleichend ist und Betroffene meist aus Scham versuchen, ihre Erschöpfung und Verzweiflung zu verheimlichen. 

 

Burnout ist heutzutage sehr gut therapierbar, da die Mechanismen gut erforscht sind und Therapeuten wissen worauf es ankommt. 

 

Als erster Schritt ist oft eine längere Krankmeldung notwendig, insbesondere wenn das Burnout arbeitsbedingt ist. 

 

Der Hausarzt wird zudem dem Betroffenen raten, dass dieser sich in eine professionelle Behandlung mit Psychotherapie begibt. 

 

Damit der Erfolg schnell eintreten kann, ist eine Behebung der Schlafstörungen sehr wichtig, gegebenenfalls auch vorübergehend medikamentös. 

 

Alternativ oder ergänzend zu einer Psychotherapie kann eine Ergotherapie hilfreich sein.

 

In der Behandlung kann der Betroffene lernen, sich selbst mit seinen Bedürfnissen, Hemmungen, selbstbeeinträchtigenden Gedanken und Verhaltensweisen zu akzeptieren und neue sinnvolle Verhaltensmuster einzuüben, z.B. souveränes Abgrenzen und Neinsagen zu erproben und einen möglichen Ausgleich für die einseitigen Strapazen in seinem Leben zu finden. 

 

Letztendlich geht es darum, sich selbst wieder zu finden und zu akzeptieren, mit allen zu ihm gehörenden Stärken und Schwächen.

 

Während der Phase des Gesundwerdens darf der Betroffene alles tun, was ihm gut tut, sollte Sport treiben, insbesondere Ausdauersport, auf ein Schlafritual mit mindestens 7 Stunden Schlaf pro Nacht achten, sich gesund ernähren, regelmäßig in der Natur spazieren gehen und soziale Kontakte zu angenehmen Menschen pflegen. 

 

Er sollte sich jedoch auch damit auseinander setzen, wie es in seiner Zukunft weiter gehen kann. Oft ist auf der beruflichen Ebene eine langsame stundenreduzierte Wiedereingliederung hilfreich.

 

Schwieriger ist es, wenn die Ursache krankheits- oder familiär bedingt ist. Bei krankheitsbedingtem Burnout sollte eine möglichst vollständige Beseitigung der Grunderkrankung erfolgen. Bei familiärbedingtem Burnout kann z.B. eine Kur, das Erlernen von Entspannungsverfahren oder eine Familientherapie helfen.

 

 

Ziel der Therapie ist, Ressourcen zu aktivieren, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen und Möglichkeiten zu finden, trotz aller Schwierigkeiten des Lebens hilfreiche Phasen im täglichen Ablauf zu installieren, in denen Kraft geschöpft und Erholung gefunden werden kann.

Was ist Burnout?

Was ist Burnout?

Burnout ist heute in aller Munde. Der Begriff wird von vielen schnell verwendet, doch was ist das überhaupt? Burnout ist ein Zustand, in dem sich der oder die Betroffene völlig „ausgebrannt“ fühlt. Das setzt jedoch voraus, dass derjenige vorher „gebrannt“ haben muss, d.h. sich über seine Grenzen und Kräfte für etwas eingesetzt hat. Psychische oder physische Erschöpfung sind wesentliche Symptome dieser Krankheit, wodurch sich der Betroffene meist schnell überfordert fühlt.

 

Ursachen

Die Hauptursache von Burnout liegt oft in der Arbeitssituation des Erkrankten. Der Betroffene hat zu lange unter zu viel Druck gearbeitet und kann die Anforderungen nicht mehr bewältigen. Es herrscht ein Ungleichgewicht zwischen den Ressourcen und den Anforderungen.

 

Jedoch muss die Ursache für Burnout nicht zwangsläufig Stress im Arbeitsleben sein. Auch länger andauernde Erkrankungen, Probleme zu Hause oder Schlaflosigkeit können Burnout begünstigen. 

 

Symptome

 

Psychische Symptome

  • seelische Erschöpfung
  • mangelnde Belastbarkeit
  • Schlafstörungen und Albträume
  • starkes Ruhebedürfnis
  • Versagensängste
  • Selbstzweifel
  • Frustration
  • Lustlosigkeit
  • Interesselosigkeit
  • Resignation
  • gehäufte Stimmungstiefs mit Weinen
  • Misstrauen, Ängste und paranoide Vorstellungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Reizbarkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Vergesslichkeit
  • Grübelschleifen (mit teilweise sich sinnlos wiederholende Grübeleien)

 

Körperliche Symptome

  • Müdigkeit
  • Kraftlosigkeit
  • psychovegetative Begleiterkrankungen wie z.B.
  • Erkrankungen wie zum Beispiel Magen-Darmprobleme, Schwindel, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, gehäufte Infekte, erhöhter Blutdruck oder Herzrasen
  • nervöse Ticks (z.B. Lidzucken)

 

Verhaltenssymptome

  • Missbrauch von Medikamenten, Alkohol oder Drogen
  • erhöhte, verringerte oder ungleichmäßige Nahrungsaufnahme
  • gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus
  • längere Pausen oder häufigeres Zuspätkommen
  • Gereiztheit oder aufbrausendes Verhalten
  • Rückzug aus gesellschaftlichen Beziehungen

 

 

Stadien

Es gibt zwölf typische Stadien der Burnout-Entwicklung:

  1. Drang, sich selbst beweisen zu müssen (aus Angst, dass die mangelnde Belastbarkeit sichtbar wird)
  2. vermehrte Anstrengung und Einsatz (um die gespürten Schwächen auszugleichen)
  3. Vernachlässigung der eigenen Person und der eigenen Bedürfnisse
  4. Verdrängung von Konflikten
  5. Umdeutung von Werten
  6. Probleme werden verleugnet
  7. Rückzug aus sozialen Beziehungen (Hobbies und Freundschaften werden vernachlässigt oder ganz abgebrochen)
  8. Verhaltensveränderungen werden bemerkbar (z.B. häufigeres Weinen, gereizte Reaktionen auf kleinste Belastungen, sozialer Rückzug)
  9. Gefühl des Identitätsverlustes
  10. innere Leere
  11. Depression
  12. typische Burnout-Symptome (z.B. ausgeprägte körperliche und seelische Erschöpfung bei fehlender Erholungsfähigkeit, mangelhafte Belastbarkeit, starkes Überforderungsgefühl und Ratlosigkeit, Schlafstörungen, Gedankenkreisen, Ruhelosigkeit, Nervosität und Anspannung)

 

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